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Dilemma: Es ist kaum vorstellbar, dass Trump all sein Kriegsgerät in die Straße von Hormus schickt, nur um den Seeweg über den 3. November zu sichern und danach richtig zuzuschlagen. Andererseits dürfte er eben sowenig mit einem noch radikalerem Regime verhandeln wollen, die laut darüber nachdenken als Schutzgelderpresser gegenüber den seefahrenden Nationen aufzutreten. Wenn sich nichts grundlegendes verändert, ist mit weiteren Militärschlägen, Kleinreden der Situation und halbgaren Diplomatieversuchen zu rechnen. | Dilemma: Es ist kaum vorstellbar, dass Trump all sein Kriegsgerät in die Straße von Hormus schickt, nur um den Seeweg über den 3. November zu sichern und danach richtig zuzuschlagen. Andererseits dürfte er eben sowenig mit einem noch radikalerem Regime verhandeln wollen, die laut darüber nachdenken als Schutzgelderpresser gegenüber den seefahrenden Nationen aufzutreten. Wenn sich nichts grundlegendes verändert, ist mit weiteren Militärschlägen, Kleinreden der Situation und halbgaren Diplomatieversuchen zu rechnen. | ||
Szenario 1: Man schick kurzfristig Truppen, sichert den Seeweg und haut dann einfach wieder ab während man lediglich behauptet alle (minimalen) Kriegsziele erreicht zu haben. Trump möchte, dass andere Länder für ihre Sicherheit selbst aufkommen. Wenn der Iran sich gegen eine Normalisierung entscheidet, muss jeder selbst sehen wie er mit der Erpressung umgeht. Vielleicht bleiben auch nur die US-amerikanischen Schiffe auf der Angriffsliste der Iraner. | Szenario 1: Man schick kurzfristig Truppen, sichert den Seeweg und haut dann einfach wieder ab während man lediglich behauptet alle (minimalen) Kriegsziele erreicht zu haben. Trump möchte, dass andere Länder für ihre Sicherheit selbst aufkommen. Wenn der Iran sich gegen eine Normalisierung entscheidet, muss jeder selbst sehen wie er mit der Erpressung umgeht. Vielleicht bleiben auch nur die US-amerikanischen und israelische Schiffe auf der Angriffsliste der Iraner. | ||
Szenario 2: Während Trump beschwichtigt, informiert Hegseth derweilen offener über Truppenverlegungen. Ergo: Man zieht sein eigenes Ding durch. Man versucht den Iran den Geldhahn zuzudrehen und gleichzeitig die Welt mit Öl zu versorgen. Danach müsste man konsequenterweise die Ölförderung als solche noch sicher. Wenn der Iran zwischenzeitlich seine Söldner und Soldaten nicht mehr bezahlen kann, müsste sich der letzte Schritt erübrigen. Die unbekannte Variable ist, ob der religiöse Fanatismus und die antiamerikanische Polarisierung ausreicht, um diesen asymmetrischen Krieg weiter ins guerilla-ähnliche zu ziehen. (...) | Szenario 2: Während Trump beschwichtigt, informiert Hegseth derweilen offener über Truppenverlegungen. Ergo: Man zieht sein eigenes Ding durch. Man versucht den Iran den Geldhahn zuzudrehen und gleichzeitig die Welt mit Öl zu versorgen. Danach müsste man konsequenterweise die Ölförderung als solche noch sicher. Wenn der Iran zwischenzeitlich seine Söldner und Soldaten nicht mehr bezahlen kann, müsste sich der letzte Schritt erübrigen. Die unbekannte Variable ist, ob der religiöse Fanatismus und die antiamerikanische Polarisierung ausreicht, um diesen asymmetrischen Krieg weiter ins guerilla-ähnliche zu ziehen. (...) | ||
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* 23.03 Stichwort Eskalationsdominanz: Trump drohte ein Tag zuvor damit, dass die USA iranische Kraftwerke angreifen würden. Das Ultimatum wurde erweitert, wegen vermutlich im Hintergrund laufenden Gesprächen. In diesem Fall sollte man nicht einfach wieder von einer trump'schen selbsterfüllenden Prophezeiung ausgehen, sondern von realen Vorgängen. Da Trump sein eigenes Ultimatum aufweichte, musste er auch ein Teilerfolg verkünden. (Zu einer seiner Konstanten zählt, dass er es ganz besonders hasst als Schwächling oder Loser dazustehen. Stärke zählt.) Der Iran wiederum musste öffentlich das Gegenteil behaupten. Im nahen Osten hat Stärke zeigen auch einen besonderen Stellenwert, zumal Krieg herrscht. Gesichtswahrung auf allen Seiten. | * 23.03 Stichwort Eskalationsdominanz: Trump drohte ein Tag zuvor damit, dass die USA iranische Kraftwerke angreifen würden. Das Ultimatum wurde erweitert, wegen vermutlich im Hintergrund laufenden Gesprächen. In diesem Fall sollte man nicht einfach wieder von einer trump'schen selbsterfüllenden Prophezeiung ausgehen, sondern von realen Vorgängen. Da Trump sein eigenes Ultimatum aufweichte, musste er auch ein Teilerfolg verkünden. (Zu einer seiner Konstanten zählt, dass er es ganz besonders hasst als Schwächling oder Loser dazustehen. Stärke zählt.) Der Iran wiederum musste öffentlich das Gegenteil behaupten. Im nahen Osten hat Stärke zeigen auch einen besonderen Stellenwert, zumal Krieg herrscht. Gesichtswahrung auf allen Seiten. | ||
* 24.03 News-Ticker, n-tv, 12:02: Israelischer Insider befürchtet scheitern der Trump-Initiative. Heh. Womöglich hat Netanjahu auch kein Interesse an einer schnellen Lösung, wie schon im Gaza-Krieg. Joe Biden: "Stop bullshitting me." Der Verweis ein paar Tage zuvor, dass iranische Raketen jetzt Europa erreichen können war auch [https://www.n-tv.de/politik/Warum-der-Iran-Europa-angreifen-koennte-aber-nicht-will-id30507293.html nicht ganz koscher]. Zum Glück hat das Klemens Fischer bei n-tv diplomatischer formuliert. Stramer sah das auch nicht als drängendes Thema. Bei Rutte wissen wir ja, warum er so auf Trump-Linie ist. [https://www.nytimes.com/2026/03/24/us/politics/saudi-prince-iran-trump.html Des Weiteren könnte es weitere Akteure wie Bin Salman geben, die Trump eher auf eine Fortführung des Krieges drängen]. | * 24.03 News-Ticker, n-tv, 12:02: Israelischer Insider befürchtet scheitern der Trump-Initiative. Heh. Womöglich hat Netanjahu auch kein Interesse an einer schnellen Lösung, wie schon im Gaza-Krieg. Joe Biden: "Stop bullshitting me." Der Verweis ein paar Tage zuvor, dass iranische Raketen jetzt Europa erreichen können war auch [https://www.n-tv.de/politik/Warum-der-Iran-Europa-angreifen-koennte-aber-nicht-will-id30507293.html nicht ganz koscher]. Zum Glück hat das Klemens Fischer bei n-tv diplomatischer formuliert. Stramer sah das auch nicht als drängendes Thema. Bei Rutte wissen wir ja, warum er so auf Trump-Linie ist. [https://www.nytimes.com/2026/03/24/us/politics/saudi-prince-iran-trump.html Des Weiteren könnte es weitere Akteure wie Bin Salman geben, die Trump eher auf eine Fortführung des Krieges drängen]. | ||
* 03.04 Für eine Inszenierung a la blutiges Theater scheint für viel Porzellan kaputt gegangen zu sein. Der Iran vertraut der USA einfach nicht mehr, wodurch Push und Pull viel schwieriger umzusetzen ist. Gleichzeitig sieht auch der Iran, dass die Midterms immer näher rücken. Angenommen die USA entscheidet sich doch nich das Uran zu bergen und dies schlägt katastrophal fehl. Trump to Netanjahu: "What do you mean they moved it? Why the fuck did I sent in the troops then?" Egal wie der Irankrieg scheitert: Die NATO und Israel würde wohl den Groll von Trump zu spüren bekommen. Allein auf die NATO zu schimpfen oder ihre Hilfe zu erzwingen, wird nicht funktionieren. Wie schaffen wir es, dass sich ein Kriegsgrund in Luft auflöst. Das wird den USA auch nicht schmecken, aber wäre immer nich besser als sich weiter im Iran zu verbeißen. Mangels Vertrauen gegenüber den USA könnte China oder ein anderer Staat aus seiner Einflusssphäre die Urananreicherung übernehmen. Less talk, more do. Iran und Israel müssten ein Abrüstungsvereinbarung treffen. Trump: "Why did you pull me into this? That's a fricking forever war. My base hates that. Do you want me to repeat one of my former statements <Sometimes you have to let them fight it out>?" Mann muss nur wollen… Gemeinsam in den Abgrund oder eben nicht. | |||
Szenario 4: Trump liebt einfache Lösungen. Die lassen sich auch besser verkaufen. So gesehen könnten weitere Eskalationen (etwa ein Terroranschlag) des Iran ihm auch ein Vorwand bieten länger involviert zu sein und den Krieg vor seiner Basis zu rechtfertigen. | Szenario 4: Trump liebt einfache Lösungen. Die lassen sich auch besser verkaufen. So gesehen könnten weitere Eskalationen (etwa ein Terroranschlag) des Iran ihm auch ein Vorwand bieten länger involviert zu sein und den Krieg vor seiner Basis zu rechtfertigen. | ||
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