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Restless Souls/Summary: Difference between revisions

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Biokratie ist ein geringfügig mehrdeutiger Begriff.
Biokratie ist ein geringfügig mehrdeutiger Begriff.


* In erster Linie ist Biokratie eine Daten gestützte '''politische Herrschaftsform''' und damit eine Weiterentwicklung von Demokratie<!--[Berücksichtigung von mehr Lebensformen, kleinteiligere (genauere) Steuerung politische Ziele, prinzipiell ist mehr direkte Demokratie möglich]-->. Bio für Ganzheit des Lebens and Kratos für Herrschaft. Um langfristig zu überleben, muss der '''Mensch lernen planetare Grenzen zu berücksichtigen'''. Ganz konkret macht zum Beispiel die Verbundenheit aller Systeme einen [[wp:de:One Health|One Health]]-Ansatz zur Verhinderung von Seuchen und Antibiotikaresistenzen notwendig. '''Neue menschliche Auswirkungen auf die Natur müssen wortwörtlich mit einkalkuliert werden.''' Vermenschlicht und verknappt ausgedrückt, hat die Natur ein Wörtchen mitzureden. Es sollte eine politische Quasi-Mitbestimmung geben. Biokratie: Herrschaft (durch die zumindest Berücksichtigung) aller Lebensformen. Da das aus allerlei Gründen natürlich nicht möglich ist, muss der Mensch selbst stärker im Sinne der Natur handeln, sie vertreten, auch wenn er die '''Win-Win-Situationen''' in Wahrheit nur '''aus eigenem Interesse''' anstrebt.
* In erster Linie ist Biokratie eine Daten gestützte Demokratie. Bio für Ganzheit des Lebens and Kratos für Herrschaft. Um langfristig zu überleben, muss der '''Mensch lernen planetare Grenzen zu berücksichtigen'''. Ganz konkret macht zum Beispiel die Verbundenheit aller Systeme einen [[wp:de:One Health|One Health]]-Ansatz zur Verhinderung von Seuchen und Antibiotikaresistenzen notwendig. '''Neue menschliche Auswirkungen auf die Natur müssen wortwörtlich mit einkalkuliert werden.''' Vermenschlicht und verknappt ausgedrückt, hat die Natur ein Wörtchen mitzureden. Es sollte eine politische Quasi-Mitbestimmung geben. Biokratie: Herrschaft (durch die zumindest Berücksichtigung) aller Lebensformen. Da das aus allerlei Gründen natürlich nicht möglich ist, muss der Mensch selbst stärker im Sinne der Natur handeln, sie vertreten, auch wenn er die '''Win-Win-Situationen''' in Wahrheit nur '''aus eigenem Interesse''' anstrebt.
** Um die angestrebten Verbesserungen stemmen zu können, braucht es neue Werkzeuge: Sensoren-Netzwerke, Datentransport-Infrastruktur, verarbeitende Computerkapazitäten, die Software sinnvolle Auswertungen vorzunehmen und komplexe Ist-Zustände in Simulationen leicht zugänglich präsentieren zu können. Erst später sollen auch menschliche Eingriffe (Soll-Zustände) vor ihrer realen Umsetzung dort getestet werden: Weil Biokratie ist sich auch seiner eigenen Grenzen bewusst. -- Da alle planetare Grenzen, Auswirkungen neuem menschlichen Handelns und die Gesamtheit des Lebens im Blick gehalten werden soll, braucht es eine AI. Ihre Mächtigkeit und ihre Aufgabengebiete legen nahe sie Gaia zu nennen.
** Um die angestrebten Verbesserungen stemmen zu können, braucht es neue Werkzeuge: Sensoren-Netzwerke, Datentransport-Infrastruktur, verarbeitende Computerkapazitäten, die Software sinnvolle Auswertungen vorzunehmen und komplexe Ist-Zustände in Simulationen leicht zugänglich präsentieren zu können. Erst später sollen auch menschliche Eingriffe (Soll-Zustände) vor ihrer realen Umsetzung dort getestet werden: Weil Biokratie ist sich auch seiner eigenen Grenzen bewusst. -- Da alle planetare Grenzen, Auswirkungen neuem menschlichen Handelns und die Gesamtheit des Lebens im Blick gehalten werden soll, braucht es eine AI. Ihre Mächtigkeit und ihre Aufgabengebiete legen nahe sie Gaia zu nennen.
** Für das spielerische Lernen durch neue Generationen und die versinnbildlichte politische Mitbestimmung (symbolische Repräsentation) sind simulierte Spezies-Avatare angedacht. Die Dekodierung tierischer und pflanzlicher Kommunikationsmethoden hat damit nichts zu tun und dient lediglich dem weiterem Erkenntnisgewinn.
** Für das spielerische Lernen durch neue Generationen und die versinnbildlichte politische Mitbestimmung (symbolische Repräsentation) sind simulierte Spezies-Avatare angedacht. Die Dekodierung tierischer und pflanzlicher Kommunikationsmethoden hat damit nichts zu tun und dient lediglich dem weiterem Erkenntnisgewinn.
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** Übertragung per Quanteninternet.
** Übertragung per Quanteninternet.
** Komplexe Simulationen bedingen ausgereifte AIs und Quantencomputer.
** Komplexe Simulationen bedingen ausgereifte AIs und Quantencomputer.
*** Das macht Biokratie vor etwa 2060 zu kostspielig und - durch das Inzweifelziehen wie lebensnah so ein System sein kann - leicht angreifbar. Der tatsächliche Einsatz dürfte sich bis 2080 verzögern. Notwendige Investitionen für den Aufbau der Infrastruktur werden vermutlich durch die Zunahme durch Umweltkrisen verzögert. Jedes Nennen eines früheren Datums würde nur falsche Hoffnungen, Enttäuschung und Ablehnung schaffen. -- [https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gedenken-an-1848-wie-steht-es-um-die-zukunft-der-demokratie-18896663.html Manche träumen von einer Vollendung der Demokratie. Andere weisen darauf hin, dass Demokratie nie fertig sein kann und dass, das nicht schlimm sei. Mit Biokratie ist es ähnlich: sie bassiert maßgeblich auf Fortschritt, ergo Evolution. Eine Revolution - eine kurzfristige, womögliche gewaltvolle Umwälzung - entspricht überhaupt nicht ihrem Charakter.] Es werden auch keine "Vorkämpfer" oder "Vordenker" gebraucht. Biokratie ist vielmehr ein demokratisches System-Upgrade, welches sich Patch um Patch selbst installiert. Die Weiterentwicklung von Demokratie hin zur Biokratie ist ein Automatismus, der vorgezeichnet ist durch kontinuierliche Verbesserungen aus technologischen Erfindungen. Wie der Demokratie ist auch der Biokratie der Anspruch fremd perfekt zu sein. Aber stattdessen ist sie darauf ausgelegt selbst immer besser und besser zu werden. Obwohl diese Entwicklung automatisch passieren würde, wäre es klug diese Entwicklung etwas zu beschleunigen. Denn in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts werden technologiegetriebene Autokratien und die alten Demokratien in einer aggressiven bis gefährlichen Rivalität stehen.
*** Das macht Biokratie vor etwa 2060 zu kostspielig und - durch das Inzweifelziehen wie lebensnah so ein System sein kann - leicht angreifbar. Der tatsächliche Einsatz dürfte sich bis 2080 verzögern. Notwendige Investitionen für den Aufbau der Infrastruktur werden vermutlich durch die Zunahme durch Umweltkrisen verzögert. Jedes Nennen eines früheren Datums würde nur falsche Hoffnungen, Enttäuschung und Ablehnung schaffen. -- [https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gedenken-an-1848-wie-steht-es-um-die-zukunft-der-demokratie-18896663.html Manche träumen von einer Vollendung der Demokratie. Andere weisen darauf hin, dass Demokratie nie fertig sein kann und dass, das nicht schlimm sei. Mit Biokratie ist es ähnlich: Sie basiert maßgeblich auf Fortschritt, ergo Evolution. Eine Revolution - eine kurzfristige, womögliche gewaltsame Umwälzung - entspricht überhaupt nicht ihrem Charakter.] Es werden keine "Vorkämpfer" oder "Vordenker" gebraucht. Die Entwicklung hin zu einer Biokratie ist ein Automatismus.
**** Der Entwicklungspfad ist vorgezeichnet durch den technischen Fortschritt.
**** Gleichzeitig nagen neben postdemokratischen Entwicklungen auch Autoritarismus und Populismus von innen und außen an den Schönwetterdemokratien, sodass stets Leidensdruck für die eigene Weiterentwicklung gegeben ist.
*** Neben der Rechenpower ist auch die innere Qualität von Simulation und AI essentiell: Der größte Trugschluss wäre, dass man Simulationen nur mit genügend Daten füttern muss, damit neue Erkenntnisse gewonnen werden können. -- Im Allgemeinem ist eine Simulation immer ein Nachbau eines Teils der Wirklichkeit mit begrenzter Quantität an Daten. Damit trotz dieser gleich zweifachen Begrenzung sinnvolle Ergebnisse zurückgegeben werden, müssen die Eingabe- und Ausgabeparameter sowie das rechnende Modell so definiert sein, das sie selbst eine hohe Qualität aufweisen. Die Simulation mit nur immer mehr und verschiedenen Daten füttern, macht sie daher nicht automatisch besser: es kann die Qualität sogar senken, die gewünschten Ergebnisse verwässern. Eingabeparameter und Funktionen müssen stets über die richtige Gewichtung verfügen. Mit der Zunahme der Komplexität - der Inputparameter und damit des rechnenden Modells - steigt naturgemäß auch die Schwierigkeit gute Simulationen zu erstellen.
*** Neben der Rechenpower ist auch die innere Qualität von Simulation und AI essentiell: Der größte Trugschluss wäre, dass man Simulationen nur mit genügend Daten füttern muss, damit neue Erkenntnisse gewonnen werden können. -- Im Allgemeinem ist eine Simulation immer ein Nachbau eines Teils der Wirklichkeit mit begrenzter Quantität an Daten. Damit trotz dieser gleich zweifachen Begrenzung sinnvolle Ergebnisse zurückgegeben werden, müssen die Eingabe- und Ausgabeparameter sowie das rechnende Modell so definiert sein, das sie selbst eine hohe Qualität aufweisen. Die Simulation mit nur immer mehr und verschiedenen Daten füttern, macht sie daher nicht automatisch besser: es kann die Qualität sogar senken, die gewünschten Ergebnisse verwässern. Eingabeparameter und Funktionen müssen stets über die richtige Gewichtung verfügen. Mit der Zunahme der Komplexität - der Inputparameter und damit des rechnenden Modells - steigt naturgemäß auch die Schwierigkeit gute Simulationen zu erstellen.
**** Vermeidung einer Blauäugigkeit gegenüber Technik: Egal wie gut und schnell Simulationen und AI scheinbar arbeiten werden. Die Wirklichkeit wird immer zu komplex sein und vom erwarteten Ergebnis etwas abweichen. Je weiter irgendetwas in die Zukunft prognostiziert wird, desto größer werden die Diskrepanzen.
**** Vermeidung einer Blauäugigkeit gegenüber Technik: Egal wie gut und schnell Simulationen und AI scheinbar arbeiten werden. Die Wirklichkeit wird immer zu komplex sein und vom erwarteten Ergebnis etwas abweichen. Je weiter irgendetwas in die Zukunft prognostiziert wird, desto größer werden die Diskrepanzen.
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