User:Tracker/Projekt 257/Kapitel 2

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Trackers Projekt 257: Kapiteln

  1. Das C-Serum (view) (talk)
  2. Emilys Entführung (view) (talk)
  3. Eves Flucht aus Connors Labor (view) (talk)
  4. Auf Rettungsmission (view) (talk)
  5. Die Roboterfabrik (view) (talk)
  6. In Dr. Andersons Gewalt (view) (talk)
  7. Der Roboterfriedhof (view) (talk)
  8. Ein mächtiger Verbündeter (view) (talk)
  9. Auf dem Weg zur Waffenkammer (view) (talk)
  10. Der Hackerangriff (view) (talk)
  11. Amoklauf der Lastenroboter (view) (talk)
  12. Hackerjagd (view) (talk)
  13. Kampf der Titanen (view) (talk)
  14. Dr. Andersons Labor (view) (talk)
  15. Gefangen in Dr. Andersons Zoo (view) (talk)
  16. Der Herr der Wölfe (view) (talk)
  17. Ausgesperrt (view) (talk)
  18. Im Labyrinth der Gnome (view) (talk)
  19. Der Auftrag (view) (talk)
  20. Angriff der Gnome (view) (talk)
  21. Der Schnüffler (view) (talk)
  22. Angriff der Vampirfledermäuse (view) (talk)
  23. Der Schöpfer (view) (talk)
  24. Lazarus Ende (view) (talk)
  25. Ausgeschaltet (view) (talk)
  26. Suggestion (view) (talk)
  27. Emilys zweites Ich (view) (talk)
  28. Im Land der Raptoren (view) (talk)
  29. Victor schlägt zurück (view) (talk)
  30. Die Doppelgängerin (view) (talk)
  31. ...
  32. ...
    Ein neuer Anfang
  33. ...
  34. ...
    Eine ungewisse Zukunft
Zum Kapitel 1


Kapitel 2

Emilys Entführung

Die Tür des Lastenaufzuges öffnete sich. Eine riesige unsichtbare Gestalt schlich durch die Gänge auf Professor Dr. Connors Labor zu, unbemerkt von den Überwachungskameras und dem Wachpersonal. Trotz ihrer Größe bewegte sie sich fast lautlos.

Eve und Emily konnten eine böse Aura spüren, die sich rasch näherte.

Die Tür zum Labor öffnete und schloss sich, wie von Geisterhand.

Kurz darauf explodierte die Überwachungskamera im Labor.

Der Wachmann, der zu Professor Dr. Connors Schutz abkommandiert war, wirbelte herum. Sein Kopf wurde von einer riesigen, unsichtbaren Faust zerschmettert. Er war sofort tot.

Eve konnte nichts tun. Sie stand in der Untersuchungsröhre und versuchte sich zu befreien.

Emily klammerte sich angstvoll an den Arm ihres Vaters.

Die Gestalt nahm den Comlink des toten Wachmanns an sich und deaktivierte ihre optische Tarnung. Der Riese war 2,30 m groß, haarlos und muskulös. Er trug einen schwarzen Kampfanzug mit optischer Tarnung. Ein mächtiger militärischer Kampfcyborg.

Er trat in die Mitte des Raumes, öffnete den Koffer, den er mitgebracht hatte, und aktivierte ein Hologramm.

Ein menschengroßes Abbild von Dr. Anderson erschien und sagte: „Hallo, Professor Dr. Connors, lange nicht gesehen.“

Connors war entsetzt: „Anderson! Was wollen Sie von mir?“

Anderson grinste gehässig: „Ihr C-Serum!“

Connors erwiderte: „Das ist noch nicht fertig!“

Anderson höhnte: „Aber Professor. Nur nicht so bescheiden. Ich bin ein großer Fan ihrer Arbeit. Ich beobachte sie schon seit Langem. Ihr C-Serum ist überaus erfolgreich und wie gut sie alles für mich dokumentiert haben. Vielen Dank auch.“

Connors stammelte: „Sie … Sie sind verrückt! Sie haben gerade einen Wachmann getötet! Damit kommen Sie nicht durch!“

Anderson ignorierte ihn: „Und was für schöne Monster sie erschaffen haben. Ich bin beeindruckt. Besonders diese Kleine da. Schnapp sie dir!“

Der Riese riss Emily vom Professor weg und betäubte sie mit Gas, das seiner Hand entströmte.

Connors schrie: „Nein, nicht meine Tochter! Was haben Sie mit ihr vor?“

Ungerührt antwortete Anderson: „Die Kleine hat Talent. Vielleicht sogar noch mehr als Eve.

Ich werde mir etwas Nettes für sie einfallen lassen. Tut mir leid Professor, aber ihre Dienste werden nun nicht mehr benötigt.“

Eiskalt befahl er dem Riesen: „Töte ihn!“

Der Riese trat auf den Professor zu und schmetterte ihn zu Boden.

Sterbend hauchte Connors: „Eve, bitte hilf ihr! Rette meine Tochter, rette Emily!“

Eve trommelte mit den Fäusten gegen die Scheibe des Untersuchungszylinders, der langsam Sprünge bekam.

Der Riese packte Connors Aufzeichnungen über das C-Serum und Eves Zellproben in den Koffer, zerstörte den Computer und setzte mit einem Flammenwerfer in seiner Handfläche das Labor in Brand.

Provokativ stellte er sich vor den Untersuchungszylinder, in dem sich Eve befand, und stieß ein drohendes Knurren aus.

Anderson fragte: „Ja Eve, wolltest du gerade etwas sagen?“

Zornentbrannt durchbrach Eve die Scheibe des Untersuchungszylinders.

Doch der Riese war darauf vorbereitet. Er versetzte ihr einen gewaltigen Schlag, der jeden normalen Menschen sofort getötet hätte. Halb ohnmächtig brach sie zusammen.

Anderson höhnte: „Eve, ich muss schon sagen, du bist ein böses, böses Mädchen! Weißt du, was du gerade getan hast? Du hast Professor Dr. Connors getötet!“ Dem Riesen befahl er: „Los, mach deine Durchsage!“

Der Cyborg nahm den Comlink des Wachmanns, setzte seinen Sprachverzerrer ein und rief in dessen Stimme: „Hier Einheit 12! Ich brauche schnell Verstärkung! Versuchsobjekt Eve hat gerade den Professor getötet! Ich wiederhole. Hier Einheit 12. Hilfe! Eve greift mich an! Aaaaarrrgh!“

Der Riese verstummte.

Eve lag benommen am Boden, kaum in der Lage sich zu rühren.

Hämisch fuhr Anderson fort: „Eve, was tust du nur? Jetzt ist auch noch der Wachmann tot! Aber mach dir nichts draus. Besuch mich doch einfach einmal in meinem Labor. Es befindet sich auf Ebene 4. Ich freue mich über jeden Besuch. Oder geh mal mit Emily in den Zoo, das würde ihr sicher gut gefallen.“

Andersons Stimme troff vor Sarkasmus.

Barsch befahl er dem Riesen: „Los, pack alles ein, wir gehen!“

Der Cyborg warf Emily über seine Schulter, aktivierte seine optische Tarnung, nahm den Koffer mit Connors Aufzeichnungen und verließ das Labor auf dem gleichen Weg, auf dem er gekommen war. Er ließ eine verletzte, verzweifelte Eve zurück, die kaum in der Lage war, aufzustehen.


Bill Johnson kam aus dem Nebenraum und sah gerade noch, wie der Cyborg seine Tarnung aktivierte und mit Emily aus dem Labor verschwand. Er stürmte herein und half Eve auf die Beine.

Eve war verwirrt: „Bill, du hier?“

Bill entgegnete: „Die Überwachungskamera war ausgefallen und ich wollte wissen warum.“

Eve klammerte sich an ihn: „Der Professor ist tot! Ich war es nicht! Du musst mir glauben!“

Bill sagte zustimmend: „Ich weiß, ich habe alles gesehen, aber es war schon zu spät, ich konnte nicht eingreifen.“

Eve fragte: „Was war das für ein Kerl? Der war ja riesig!“

Bill erläuterte: „Ein Kampfcyborg vom Typ Berserker, ein illegales Modell. Man setzte ihnen die Gehirne von Strafgefangenen ein und pumpte sie mit Drogen voll. Diese Dinger sind unberechenbar.“

Eve war verzweifelt: „Was soll ich nur tun? Man wird mich für den Tod des Professors verantwortlich machen und Emily ist in der Hand dieses Monsters.“

Bill blockierte die Türen: „Wenn Commander Grey dich erwischt, ergeht es dir übel. Er denkt, du hättest den Professor und einen seiner Männer getötet. Du solltest schnell von hier verschwinden, bevor seine Wachleute hier sind.

In dieser Schublade ist eine Betäubungspistole. Sie gehört zur Standardeinrichtung des Labors. Damit kannst du Wachmänner betäuben, aber gegen einen Cyborg ist sie nutzlos.

Eve sagte resigniert: „Der Kerl war zu stark. Ich hatte keine Chance.“

Bill entgegnete aufmunternd: „Wenn es jemand schafft, dann du! Ich werde dir helfen.

Versuch das Computerzentrum zu erreichen. Es liegt außerhalb des Labors auf der anderen Seite dieser Ebene. Ich werde dort auf dich warten. Hier, nimm die Pistole und Professor Dr. Connors Ausweis. Damit kommst du aus dem Labor raus. Sobald sie ihn sperren, musst du die Konsolen für die Türfreigaben selbst bedienen. Sie werden stark bewacht. Wenn möglich benutze den Lüftungsschacht zum Computerzentrum. Er befindet sich in einem Maschinenraum, der voll ist mit Stromgeneratoren. Ich werde den Ventilator abschalten, damit du hindurchkriechen kannst.


Draußen versuchten die Wachleute, die Tür aufzubrechen.

Eve fragte misstrauisch: „Woher weiß ich, dass ich dir trauen kann?“

Bill entgegnete: „Wenn Commander Grey merkt, dass ich dir helfe, wird er mich suspendieren und uns beide einsperren und ohne meine Hilfe gelangst du nie in die unteren Sicherheitsbereiche.

Wenn wir Emily retten wollen, sollten wir uns beeilen.

Kriech durch diesen Lüftungsschacht in den Nachbarraum. Ich werde den anderen nehmen. Die Lüftungsschächte werden nicht von den Kameras überwacht. Bis später. Ich warte auf dich im Computerzentrum.“


Die Tür brach auf, die Wachmänner stürmten herein und fanden nur einen leeren, brennenden Raum mit zwei Leichen vor. Professor Dr. Connors war tot und seine langjährigen Forschungsergebnisse vernichtet.

Commander Grey kochte vor Wut.


Er befahl seinen Männern: „An alle Einheiten! Versuchobjekt Eve ist flüchtig. Sie hat Professor Dr. Connors und Wilson getötet. Ich will sie lebend! Setzt Betäubungsgeschosse ein.“

Wachmann Higgins fragte: „Sir, Betäubungsgeschosse? Sollten wir nicht besser scharfe Munition verwenden? Der Untersuchungszylinder sieht aus, als habe man ihn von innen zertrümmert und Wilsons Gesicht ist nur noch eine blutige Masse. Diese Frau ist ein Monster!“

Grey fuhr ihn an: „Higgins, tun Sie gefälligst, was ich ihnen sage! Ich habe Informationen, dass sich Connors Tochter Emily zur Tatzeit in dem Labor aufhielt. Vermutlich wurde sie von der Kreatur verschleppt. Ich will kein unnötiges Risiko eingehen, dass sie verletzt wird.“

An alle Einheiten! Bildet Zweiergruppen und deckt euch gegenseitig! Durchsucht auch die Lüftungskanäle. Geht kein unnötiges Risiko ein. Diese Kreatur ist gefährlich! Haben das alle verstanden?“

Durch Greys Lautsprecher ertönte ein Einheitliches: „Jawohl, Sir!“


Dann machte er eine allgemeine Durchsage: „Hier spricht Commander Grey. In Professor Dr. Connors Labor hat es einen Zwischenfall gegeben. Sein Versuchsobjekt Eve hat den Professor und einen Wachmann getötet. Es handelt sich um eine junge Frau mit roten Haaren. Sie ist flüchtig. Bitte bewahren Sie die Ruhe und halten sie sich von Ihr fern. Wenn Sie sie sehen, verständigen sie unbedingt sofort das Sicherheitspersonal.“



Verborgen im Untergrund:

Mit böse funkelnden Augen saß der heimliche Beobachter in seinem geheimen Kontrollraum tief unter dem Stützpunkt. Kalt lächelnd hatte er alles mit angesehen. Dr. Andersons Auftritt, Professor Dr. Connors Tod, Eves Versuch einzugreifen, Emilys Entführung und den Diebstahl des C-Serums.

Was bildete sich Anderson eigentlich ein. Glaubte er tatsächlich, er könnte ihn hintergehen? Ihn, Victor Farnsworth? Sein Vater Arthur war der Gründer der Techstar Corporation. Ein cleverer, skrupelloser Geschäftsmann, mit viel Geld, Macht und Einfluss. Er hatte die TSC zu dem gemacht, was sie heute war, aber nicht einmal er ahnte etwas von den finsteren Plänen seines Sohnes Victor.

Victor verstand es meisterhaft, die Mikrotechnik für seine Zwecke einzusetzen. Mikrokameras befanden sich in allen wichtigen Einrichtungen der TSC und zeichneten jede Bewegung und jedes Wort auf. Selbst das Büro und die Wohnung seines Vaters hatte er verwanzt.

Computer filterten die wesentlichen Informationen für ihn heraus. Längst kannte er alle Firmengeheimnisse, Geschäftspartner und Kontaktpersonen. Wenn er das C-Serum gewinnbringend vermarkten konnte, würde er endgültig die Leitung der TSC übernehmen.

Er war der heimliche Drahtzieher im Hintergrund. Wer ihm in die Quere kam, wurde beseitigt. Er, Victor, hatte die Pläne für diesen Stützpunkt in Auftrag gegeben.

Handverlesenes Personal baute den Kontrollraum, die Geheimgänge und seine majestätisch anmutende Suite tief unter dem Stützpunkt. Hausmädchenroboter hielten sein verstecktes Domizil in Schuss. Durch Zugriff auf Carmen hatte er die vollständige Kontrolle über den Stützpunkt. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten inszenierte er bei der Einweihungsfeier einen „tragischen Unfall“, womit er sich mit einem Schlag aller lästigen Mitwisser entledigte.

Ihre Gebeine ruhen in der natürlichen, 2 km langen unterirdischen Höhle, durch die er jederzeit unbemerkt den Kontrollraum erreichen kann. Als Transportmittel in der Höhle verwendet er einen Magnetgleiter und ein Stealth-Hubschrauber im Hangar, hinter dem getarnten Höhleneingang, bildet seine Verbindung zur Außenwelt.

Er spulte die Aufnahme zurück und sah sie sich noch einmal an. Eves Kraft, mit der sie die Untersuchungsröhre zertrümmerte, war wirklich unglaublich. Allein schon die Tatsache, wie schnell sie sich von dem mörderischen Schlag dieses gigantischen Cyborgs erholt hatte, war bemerkenswert. Das C-Serum wirkte besser, als er es sich erhofft hatte.

Anderson war ein Narr, dass er Connors getötet hatte. Den einzigen Mann, der die genaue Zusammensetzung des C-Serums kannte. Er hätte es sicher noch perfektioniert. Was für eine Verschwendung geistiger Kapazitäten. Anderson würde es noch bitter bereuen, sich an seinem Eigentum vergriffen zu haben. Er würde das C-Serum zurückbekommen und Eve würde sein Werkzeug sein. Gleichzeitig ergab sich dadurch eine gute Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu testen. Die Sache fing langsam, an interessant zu werden.

Bills Eingreifen hatte ihn überrascht. Dieser Kerl hatte ja richtig Mumm und schien clever zu sein. Bisher hatte er ihn nur für einen verweichlichten Möchtegernhacker gehalten. Wie durchdacht er Eve zur Flucht verholfen und Commander Grey und seine Männer getäuscht hatte amüsierte ihn. In Zukunft würde er ihn genauer im Auge behalten.

Commander Grey war für ihn nur eine Marionette. Glaubte er doch tatsächlich, man hätte ihm ernsthaft die Leitung dieses Stützpunktes übertragen. Seine kindischen Versuche Carmens Türsteuerungsfunktionen zu deaktivieren waren geradezu lächerlich. Sollte er doch glauben, er hätte es geschafft. Victor kannte Greys Vorgeschichte. Er wusste, dass dieser Klone hasste und sein Vertrauen nur in normale, gut trainierte Soldaten setzte. Grey war ein erfahrener Kämpfer, nur darum hatte er ihn rekrutiert. Nur, um zu sehen, wer besser war.

Mensch oder Klon, Mensch oder Maschine, Mensch oder Monster? Grey würde seine Chance erhalten. Er und seine Männer würden zu seiner persönlichen Unterhaltung beitragen. Für Menschen wie Victor, die alles besaßen, wovon andere nur träumten, war das eigene Leben langweilig und das Leben anderer Menschen bedeutungslos. Sie waren alle nur Figuren in seinem Schachspiel und er, Victor, bestimmte die Regeln!



Zum Kapitel 3