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*** Eine effektive Wirtschaft und ein effektiver Sozialstaat bedingen einander. Humankapital ist nicht unbegrenzt verfügbar: Daher sollten AG auch immer in körperliche und psychische Gesundheit ihrer AN investieren und den gesellschaftlich ausgehandelten Mindestlohn berücksichtigen. In letzter Konsequenz schützt der "soziale Frieden" auch die Vermögenden vor ''schwerwiegenden Umwälzungen'' und stellt einen stabilen Wachstumspfad dar.<!-- Schwarzarbeit und "Billiglöhne" stellen ein Outsourcen von schlechteren Arbeitsbedingungen dar, das Verteilungskonflikte auf der unteren Ebene von AN bedeutet und über Ländergrenzen hinweg wirkt.--><!-- | *** Eine effektive Wirtschaft und ein effektiver Sozialstaat bedingen einander. Humankapital ist nicht unbegrenzt verfügbar: Daher sollten AG auch immer in körperliche und psychische Gesundheit ihrer AN investieren und den gesellschaftlich ausgehandelten Mindestlohn berücksichtigen. In letzter Konsequenz schützt der "soziale Frieden" auch die Vermögenden vor ''schwerwiegenden Umwälzungen'' und stellt einen stabilen Wachstumspfad dar.<!-- Schwarzarbeit und "Billiglöhne" stellen ein Outsourcen von schlechteren Arbeitsbedingungen dar, das Verteilungskonflikte auf der unteren Ebene von AN bedeutet und über Ländergrenzen hinweg wirkt.--><!-- | ||
*** Theorie... Aus Gründen der Fairness unter Staaten sollte in jedem Staat Arbeitsplätze durch Einheimische besetzen werden: Das hat in diesem Fall nichts mit Ethnopluralismus zu tun, sondern mit der Verhinderung von Brain drain, mit dem Angleichen von Entwicklungschancen unter Staaten. Praktisch würde sich niemand dran halten, selbst wenn es als ungeschriebenes Gesetz bekannt wäre. Zudem würden es einzelne Staaten riskieren als ''Vorläufer'' allein zu handeln und so Nachteile in Kauf zu nehmen. Man könnte argumentieren, dass dies den Austausch von Ideen behindert. Doch in der modernen Zeit ist dies weniger ein Faktor: Geistiges Eigentum liegt nun stärker bei den Firmen selbst, die zusätzlich international agieren. Joint Venture, multinationale Konzerne, etc. Zudem gibt es eine [[wp:de:Internationale_Organisationen_der_Wissenschaft|internationale Wissenschaftsgemeinschaft]]. Plus Internet... [...] Praxis: Bis auf Weiteres ist der Wissensaustausch durch umsiedelnde Individuen nicht marginal. Zudem würde dies zwischenstaatliche, kulturelle Bindungen schwächen und auch mindestens [https://european-union.europa.eu/live-work-study/living-eu_de gängiges Recht auf Bewegung und Arbeit] verletzen.--> | *** Theorie... Aus Gründen der Fairness unter Staaten sollte in jedem Staat Arbeitsplätze durch Einheimische besetzen werden: Das hat in diesem Fall nichts mit Ethnopluralismus zu tun, sondern mit der Verhinderung von Brain drain, mit dem Angleichen von Entwicklungschancen unter Staaten. Praktisch würde sich niemand dran halten, selbst wenn es als ungeschriebenes Gesetz bekannt wäre. Zudem würden es einzelne Staaten riskieren als ''Vorläufer'' allein zu handeln und so Nachteile in Kauf zu nehmen. Man könnte argumentieren, dass dies den Austausch von Ideen behindert. Doch in der modernen Zeit ist dies weniger ein Faktor: Geistiges Eigentum liegt nun stärker bei den Firmen selbst, die zusätzlich international agieren. Joint Venture, multinationale Konzerne, etc. Zudem gibt es eine [[wp:de:Internationale_Organisationen_der_Wissenschaft|internationale Wissenschaftsgemeinschaft]]. Plus Internet... [...] Praxis: Bis auf Weiteres ist der Wissensaustausch durch umsiedelnde Individuen nicht marginal. Zudem würde dies zwischenstaatliche, kulturelle Bindungen schwächen und auch mindestens [https://european-union.europa.eu/live-work-study/living-eu_de gängiges Recht auf Bewegung und Arbeit] verletzen.--> | ||
** Eindämmen von Staatsverschuldung | |||
*** '''Ungleichgewicht in der Wohlstandsverteilung: Konzerne (sowie Großaktionäre, u. Ä.) akkumulieren immer mehr Kapital, das für die Volkswirtschaft nicht mehr zur Verfügung steht. (Wiederkehrendes Muster: Historisch steigt das Risiko für gewaltsame Umwälzungen. -- Übervorteilungen. Siehe auch Evolution von Staatsräson.)''' | |||
**** Ungleiche Machtverteilung sorgt entsprechend auch für Lobbyismus und daher meist Steuerbegünstigungen. [https://www.n-tv.de/wirtschaft/USA-erreichen-Aenderung-bei-globalen-Mindeststeuern-id30206145.html Lange Zeit gab es keine globale Mindeststeuer.] Und noch immer existieren Ausnehmen.<!--lol, wenn man vom Teufel spricht--> | |||
**** "Gewinne werden privatisiert. Verluste werden sozialisiert." (Siehe auch systemrelevante "too big to fail"-Akteure.) | |||
*** "Bevölkerung lebt über ihre Verhältnisse" | |||
**** Private Schulden häufen sich an. (Werbung, soziale Medien, hemmungsmildernede Zahlmodelle "kauf jetzt, zahl später") '''Zudem verhindert das Jevons-Paradoxon, dass ein Mehr an Rohstoffen zu einer Linderung führt.''' | |||
**** Neoliberale Selbstwahrnehmung: Einkommensschwache Individuen bis Mittelständler fordern keine Korrekturen und sehen eine stärkere Besteuerung der Oberschicht als eigene Gefahr an. -- "Tripple down"-Effekt wird überbewertet. Es kommt erschwerend hinzu, dass Staaten sich scheuen stärkere Besteuerung vor zunehmen, da das ''Kapital ins Ausland flüchtet'' und so (im übrigen auch medienwirksam weil schlagartig) Arbeitsplätze bedroht werden. | |||
**** Steigende Kosten für Sozialsysteme sind nicht per se ein Problem, denn immerhin gibt es auch eine von Experten gewollte für die Finanzstabilität mitwirkende Basisinflation von 2%, doch werden temporäre Korrekturen aufgrund gegenseitiger politischer Blockaden nicht durchgeführt. Jede politische Gruppe hat Angst an Macht einzubüßen. | |||
*** Vergreisung (a.k.a. der demographische Wandel): sorgt für höhere Belastungen bei sozialen Versicherungen (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung) | |||
*** '''Militär: Hohe Fixkosten durch konventionelle und nukleare Komponenten. Insbesondere Supermächte leiden unter ihrem eigenen Gewicht, obwohl sie eigentlich von Skalierungseffekten profitieren können.''' Ähnlich ist es mit weltweit operierenden Geheimdiensten von Supermächten. | |||
*** Fehlende innere Sicherheit: Kriminalität (insbesondere organisiertes Verbrechen (SOC), Drogenkonsum (Produktivitätsverluste durch Tod und Krankheit), Korruption, Preisabsprachen, Kleptokratie (ergo Ausbeutung unterer Schichten) | |||
*** Misswirtschaft (Steuerverschwendung, Fehlplanungen, etc.) | |||
**** Sozialistische / kommunistische Regime neigen zu staatlichen Vorgaben oder gar Planwirtschaft. -- Autokratische Regime jeglicher Art tendieren dazu mehr Korruption zu haben als Demokratien. | |||
*** '''Zwischenstaatlicher Wettbewerb: Insbesondere in einer globalisierten Welt reicht es nicht, dass ein Staat sich selbst genügt. Durch den ständigen Wettbewerb sind Staaten dazu verdammt in ihren Fortschritt (Wachstum) zu investieren damit die Börsen gefüttert werden. Investitionen in Bildung und Forschung werden immer wichtiger. Wer nicht investiert, wird nach unten durchgereicht.'''<!--Z. B. die DDR hat zu wenig in sich selbst investiert.--> | |||
**** Börse: Quasi "lass dein Geld für dích arbeiten." Wo kommt der Mehrwert her? -- Abgesehen von Skalierungseffekten (einschließlich bei Einkauf, Verarbeitung, Produktion) und Effizienzsteigerungen durch Innovationen: Lohndumping bei eigener Belegschaft oder bei Subunternehmen/Partnern (Outsourcing). Mit der neuen eigenen Größe können auch kleinere Konkurrenten verdrängt / geschluckt werden. Konzerne tendieren dazu nur wachsen zu können... -- Fremdinvestitionen wirken kurzfristig symbiotisch. Auf lange Strecken sind sie parasitär, da die Anteilseigner mitgefüttert werden, obwohl diese gar keine Arbeit verrichten. | |||
***** Daher sind auch alle Staatsfonds ambivalente Werkzeuge: Investitionen kommen als Erträge zurück - stellen aber auch immer das Geld von irgendjemand anderen dar.<!-- Mit dem Zinssystem ist es sehr ähnlich: Von irgendwo her muss das zusätzlich Geld herkommen. Manchmal sind es Schuld. Wenn in der Gesellschaft zunehmen private Schulden angehäuft werden, pflanzt sich das in die Staatsverschuldung fort...--> | |||
**** Wettbewerbsnachteile: Geographie (fehlende natürliche Rohstoffe), ungünstige Klimazone, geopolitische Lage (alte und neue Formen von Kolonialismus), Entwicklungsstufe* der Wirtschaft, etc. (* Verteilung der Sektoren, "Hackordnung" via Wirtschaftspsychologie: z. B. Hightech und Dienstleistungen werden besser bezahlt als Rohstoffe oder Primärerzeugnisse) | |||
**** Sowieso schwache Staaten laufen stets Gefahr von stärkeren Staaten unvorteilhaft behandelt zu werden. Schulden häufen sich so leichter an. Daher wird der Ruf nach Schuldenschnitten immer lauter. | |||
*** Bürokratie (wegen des stetigen Anwuchs kann nur vollständige Digitalisierung und AI das Problem langfristig lösen) | |||
*** Naturkatastrophen (etwa auch Klimawandel als Naturkatastrophe in Zeitlupe) | |||
* Infrastruktur<!--Die Stellung von ''langlebiger'' Infrastruktur sollte in der Regel Staatsaufgabe sein, da diese Dimension entweder durch einzelne Markteilnehmer nicht gemanagt werden können oder sollten (aufgrund der Bildung von Abhängigkeiten, erpressbar machende Monopolstellungen). Staaten als Markteilnehmer sind in der Regel weniger innovativ, doch stellen sie hier das "geringere Übel" dar.--> | * Infrastruktur<!--Die Stellung von ''langlebiger'' Infrastruktur sollte in der Regel Staatsaufgabe sein, da diese Dimension entweder durch einzelne Markteilnehmer nicht gemanagt werden können oder sollten (aufgrund der Bildung von Abhängigkeiten, erpressbar machende Monopolstellungen). Staaten als Markteilnehmer sind in der Regel weniger innovativ, doch stellen sie hier das "geringere Übel" dar.--> | ||
** Wohnraum | ** Wohnraum | ||
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